Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Am Bundesparteitag der Christlich Demokratischen Union hat die Parteibasis festgelegt, dass man sich für eine Wiedereinführung der Optionspflicht einsetzen möchte. Dies ist ein klarer Schritt gegen die doppelte Staatsbürgerschaft in Deutschland. Sind die Bemühungen jetzt aber ein Klammern an vergangene Zeiten oder eine Notwendigkeit für Integration und damit Voraussetzung für Fortschritt? 

An sich ist die doppelte Staatsbürgerschaft auch heute nicht erwünscht. Zwei Staatsbürgerschaften bekommt nur der, der z.B. in Deutschland geboren ist und dessen Elternteil einen fremden Pass besitzt. 

Wo ist jetzt das Problem an der Regelung? Die CDU meint, dass die doppelte Staatsbürgerschaft einerseits bei der Integration hinderlich ist und zum anderen die Loyalität zum deutschen Staate in Frage stellt. Die Partei fordert ein klares Bekenntnis zu Deutschland von all jenen, die zwei Staatsbürgerschaften besitzen. 

 

Ich sehe das ähnlich bin aber auch der Meinung, dass eine Abschaffung der jetzigen Regelung hinderlich ist im Bezug auf die voranschreitende Globalisierung. Deswegen finde ich, sollte die doppelte Staatsbürgerschaft für alle eine Option bleiben, die den deutschen Pass und einen Pass aus einem Mitgliedsstaat der EU haben. Für alle Menschen mit deutschem Pass und einem Pass aus einem Land, das kein Mitgliedsstaat ist, sollte man die Regelung abschaffen. 

 

Ein gutes Beispiel, das für die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft bei Menschen mit deutschem Pass und einem Pass aus einem nicht-EU-Staat spricht, ist die Türkei. Denn es kann nicht sein, dass ein türkischer Staatschef zu einer Demonstration in Deutschland aufruft und dem über 10.000 Menschen Folge leisten. Bei den Menschen, die dem Ruf gefolgt sind und neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft haben, kann man Einfordern, dass diese sich klar zu Deutschland bekennen oder eben ihren deutschen Pass abgeben und sich für ein Leben ohne die deutsche Staatsbürgerschaft entscheiden. Die, die sich damit zu Deutschland bekennen, wird es auch leichter fallen sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. 
An dieser Stelle sei nochmal darauf hingewiesen, dass es nach meinem Verständnis einen Unterschied zwischen Assimilation und Integration gibt. Integration bedeutet also nicht seine Kultur und sein Wertebild aufzugeben, sondern jeweils einen Schritt auf den anderen zuzugehen. 

 

Sollte man die Optionspflicht unter den von mir beschriebenen Voraussetzungen wieder einführen, so wäre dies für definitiv Fortschritt - kein Rückschritt. Konservativismus und Modernität schließen sich eben nicht aus. 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    der Neandertaler (Donnerstag, 26 Januar 2017 19:36)

    Hallo Joshua.
    Obwohl Deine Gedanken schon etwas älter sind, möchte ich trotzdem meine Meinung dazu äußern.

    Egal wie man zu diesem mühsam ausgehandelten Kompromiss zwischen CDU/CSU und SPD steht, eines ist sicher:
    eine Optionspflicht würde nicht den gewünschten Erfolg bringen. Denn auch wenn ich außschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen würde, kann ich doch für einen ausländischen Staatsmann schwärmen oder demonstrieren. Beispiel: Putin. Ihn halten einige für glaubwürdiger, sein Verhalten (Krim, Ukraine, etc.) für nachvollziehbar und würden ihn mit Sicherheit auch verteidigen, wenn er, ihrer Meinung nach, vom Westen ungerecht behandelt würde.

    Nebenbei:
    Darüberhinaus gibt es Staaten, die ihre Bürger nicht aus der ursprünglichen Staatsbürgerschaft entlassen - etwa Afghanistan, Iran, Libanon, Marokko und Tunesien.

    Ich denke, daß dieser Ruf nach Wiedereinführung der Optionspflicht an der Sache vorbei geht - es hat etwas von: mit Kanonen auf Spatzen schießen!
    Ich habe irgendwo mal gelesen, daß 2011 knapp 4,3 Millionen Personen die doppelte Staatsbürgerschaft besaßen. Darunter waren, meines Wissens, als größte Gruppe: etwa 700.000 mit zusätzlich polnischer Staatsangehörigkeit, gefolgt von gut 600.000 mit zusätzlich der russischen Staatsangehörigkeit und etwas über 500.000 besaßen zur deutschen Staatsbürgerschaft zusätzlich die türkische Staatsangehörigkeit. Etwa 800.000 türkischstämmige Menschen hatten nur den deutschen Paß. Von denen, die nur den türkischen Paß besitzen, haben die meisten ein unbefristetes Aufenthaltsrecht.

    Nebenbei:
    Junge Türken mit einer zweiten Staatsbürgerschaft konnten bis zur Aussetzung der Wehrpflicht in der Bundesrepublik mithilfe von Bundeswehr oder Zivildienst der türkischen Armee entkommen. Seit dem Ende der hiesigen Wehrpflicht sind diese mit Doppelpaß verpflichtet, Dienst in der türkischen Armee zu leisten. Also fällt der Aspekt (oder Vorwurf) des Rosinenpickens weitgehend weg oder wiegt nicht so schwer.

  • #2

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