Hommage an eine Bundeskanzlerin

Heute hat Angela Merkel dem CDU-Präsidium mitgeteilt, dass sie erneut 2017 als Kanzlerkandidatin der Christlich Demokratischen Partei antreten möchte. In folgendem erstelle ich eine Bilanz zu den letzten elf Jahren mit Angela Merkel als Spitze in der CDU und als Kanzlerin für Deutschland. 

Am 22. November 2005 wurde Angela Merkel zur ersten Frau im Amte des Bundeskanzlers gewählt. Bereits damals wusste man, dass Merkel keine Kanzlerin der großen Emotionen oder der einfachen Antworten ist. Heute, elf Jahre später, wissen wir, dass es kaum einen Kanzler gab, der so viele Krisen überstehen musste und der trotz der dunklen Zeiten drei Mal wiedergewählt wurde. 

 

Mit Beginn der weltweiten Finanzkrise 2007 musste sich unsere Bundeskanzlerin das erste Mal beweisen. Als die Subprime-Krise in Amerika begann, waren die Auswirkungen bis nach Europa zu spüren. Heute wissen wir, dass die Krise nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) Wertpapierverluste von rund vier Billionen US-Dollar nach sich zog. Die Finanzkrise führte zur Weltwirtschaftskrise ab 2007. Letztere gilt zusammen mit dem Anstieg der Staatsverschuldung europäischer Länder als wichtigste Ursache für die Eurokrise ab 2010. 
Die Rolle Merkels bei der Krisenbewältigung war eine entscheidende. Nicht nur, weil sie im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen traf, sondern vor allem auch, weil sie die Stärke und Souveränität eines Anführers zeigte. In Krisengesprächen zeigte sie ihre diplomatischen Fähigkeit und fand betreffend Griechenland das richtige Verhältnis von Unterstützung und Forderungen. So war sie in der Krise vor allem die Kanzlerin des Kompromisses und weniger eine Kanzlerin radikaler Lösungsansätze. Es war eben dieser Ansatz, der Europa durch die Krise geführt hat. So hat Merkels Diplomatie uns vor dem Austritt Griechenlands aus der EU bewahrt. Die Konsequenzen eines solchen Ereignisses wären für Deutschland und für die Europäische Union womöglich fatal gewesen. 

 

Mit Beginn der "Flüchtlingskrise" im Jahr 2015 stand die Bundeskanzlerin vor einer wichtigen Entscheidung. Große Menschenmengen wanderten gen Deutschland über die Balkanroute. Deutschland war selten mehr polarisiert wie Ende 2015. Auf der einen Seite standen jene, die die Geflüchteten willkommen hießen und auf der anderen Seite die, die sich konträr positionierten. Angela Merkel entschied im September 2015, dass Geflüchtete, die in Ungarn festgesessen hatten, ohne Prüfung des Asylanspruchs nach Deutschland einreisen durften. Keine Entscheidung der Bundeskanzlerin wurde im Nachhinein so kritisiert wie diese. 
Noch heute polarisiert diese Entscheidung die Menschen. Und, nunja, ich fand ihre Entscheidung super! Warum? Weil Frau Merkel gezeigt hat, dass das christliche Weltbild nicht nur eine Theorie in der Politik ist. Sie hat sich bewusst für einen Weg der Nächstenliebe und der Menschlichkeit entschieden. In Zeiten von Populismus und immer einfacher werdenden Antworten auf schwieriger werdende Fragen hat sich Frau Merkel für den schwierigen Weg entschieden. Sie ermöglichte tausenden Menschen den Antrag auf Asyl in Deutschland zu stellen und vertrat damit auch die Werte unseres Grundgesetzes. 
Heute kann ich bestätigen was Angela Merkel letztes Jahr prophezeit hat: "Wir schaffen das". Und Deutschland hat einen großen Teil geschafft. Millionen ehrenamtliche Helfer haben ermöglicht woran so viele Menschen in Deutschland gezweifelt haben. In der Zukunft steht die Integration derer Geflüchteten an, die eine Bleibeperspektive haben. Diese Aufgabe wird nicht leicht, aber ich bin sicher "wir schaffen das"! 

 

Es waren diese Krisen, die die öffentliche Meinung über Angela Merkel formten. Man kann nicht bestreiten, dass diese Kanzlerin eine unglaubliche Welle von Hass entgegen geschlagen bekommt. Der Rechtspopulismus und der Hass in Deutschland haben Hochkonjunktur. Und doch hat eine neue Studie gezeigt, dass 55 Prozent der Deutschen sich weitere vier Jahre mit Frau Merkel als Bundeskanzlerin wünschen. Und das zeigt ganz deutlich, dass nicht die die Mehrheit haben, die am lautesten brüllen.
Ich wünsche mir ebenfalls weitere vier Jahre mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin - das dürfte die wenigsten Leser jetzt überraschen. Natürlich war nicht jede ihrer Entscheidungen perfekt, als Kanzlerin ist man eben auch Mensch und Menschen machen Fehler. Merkel bekommt den Rest des Tages genug Kritik, genug Hass und genug Drohungen. Ich möchte die Gelegenheit einfach mal nutzen, um zu sagen, dass ich im großen und ganzen mit ihr zufrieden bin und bin der Meinung, dass keiner das Land hätte besser anführen können als sie. 

 

Ich bin stolz auf mein Land, wegen der Humanität, die das Volk gezeigt hat, bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen.
Ich bin stolz auf mein Land, weil wir nicht nur auf unseren eigenen Vorteil schielen, sondern andere nicht vergessen. 

Ich bin stolz auf mein Land, weil wir mit Angela Merkel eine Kanzlerin mit Souveränität, Humanität und Integrität haben, die uns hoffentlich auch eine weitere Legislaturperiode den Weg weisen wird. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Lorna Rowlett (Donnerstag, 02 Februar 2017 05:40)


    I read this piece of writing completely concerning the resemblance of hottest and preceding technologies, it's amazing article.